Eine Vorschau auf die Oscars 2015 und ein Rückblick auf mein Filmjahr 2014

Theater, Theater, der Vorhang geht auf – Katja Ebstein

Ein Oscar kommt selten allein (außer es ist Oscar aus der Tonne, der ziemlich einzigartig ist) und so werden am 22.2.2015 wieder zahlreiche Goldjungen unter das Volk gebracht. Und nachdem ich mir im letzten Jahr erfolglos vorgenommen hatte, mehr zu schreiben und überhaupt alle Filme zu rezensieren, nehme ich mir das ganze einfach wieder (hoffentlich nicht erfolglos) vor.

Anders als in den vergangenen Jahren sind in diesem Jahr nur acht statt neun Filmen nominiert. Das passt auch ganz gut zu meiner persönlichen Meinung zum Filmjahr 2014: Es war irgendwie nicht schlecht, aber so richtige Kracher fehlten mir. So habe ich zum Beispiel Interstellar heiß erwartet, jedoch entpuppte er sich dann als kleine Enttäuschung. Ich kann nicht mal genau sagen, was mich konkret gestört hat, aber es fehlte irgendwas, weshalb ich, obwohl großer Nolan-Fan, nicht traurig bin, dass es nicht für eine Nominierung zum besten Film gereicht hat.

Was ich aber doch ziemlich schade finde ist, dass der grandiose Lego-Film nicht zum besten Animationsfilm nominiert wurde. Das Klötzchenspektakel war für mich eine der größten Überraschungen des vergangenen Jahres und kann Groß und Klein gleichermaßen viel Spaß machen, vor allem wenn man auf ziemlich quatschige Witze steht. Dafür ist nun ein relativ unbekannter Film nominiert, der nicht mal einen deutschen Wikipedia-Artikel hat – Skandal!
Ebenfalls gegönnt hätte ich Jake Gyllenhaal eine Nominierung, der in seiner Hauptrolle als Louis Bloom mit Nightcrawler meinen persönlichen Film des Jahres 2014 abgeliefert hat. Ein beeindruckend unangenehmer und zeitgleich faszinierender Film mit einem Antihelden, der kaum Sympathiepotenzial hat und mit dem man trotzdem voll mitfiebert. Und das ist eben vor allem Gyllenhaals Performance zu verdanken, die sogar in der unvermeidbaren deutschen Version noch ziemlich großartig war.

Trotzdem bleibt der männliche Hauptdarsteller spannend, da auf jeden Fall – wie auch bei der Regie und dem Drehbuch– jemand gewinnt, der vorher noch nie mit einem Goldjungen ausgezeichnet wurde. Und das ist doch schön, oder? (Rhetorische Frage bitte mit ja beantworten.)

So viel zur Vorbesprechung des Oscarverleihung 2015. Ich freue mich auf die kommenden, filmreichen Wochen. Wird gut, auch wenn meine Mitmenschen möglicherweise minimal von meinem Rumgenerde genervt sein könnten gewesen worden sein, oder so.

Nur noch kurz zum Abschluss meine Top 5 Filme aus dem letzten Jahr:

5. The Raid 2 – Absolut kompromissloser und brutaler Actionfilm aus Indonesien mit okayer Mafiastory, der aber wirklich mitreißend und genial inszeniert ist (deutlich besser als sein Vorgänger.)
4. The Wolf of Wall Street – Hätte ich im letzten Jahr mehr als drei Oscarfilme rezensiert, hätte ich hier auf die Rezension verwiesen. Hab ich aber nicht. Kennt aber eh fast jeder. Drei Stunden, die irgendwie nie langweilig werden und Leonardo DiCarpio, der irgendwie nie nicht gut ist in diesem Film und überhaupt. War gut.
3. American Hustle – Hätte ich im letzten Jahr mehr als drei Oscarfilme rezensiert, ach naja, ihr wisst schon. Sehr schicker und spaßiger Film im 70er-Jahre-Look, von David O. Russell, der schon mit Silver Linings ganz groß abgeliefert hat. Amy Adams…hach und Jennifer Lawrence…hach.
2. Gone Girl – Hätte ich in Irland mehr geschrieben, hätte ich den vielleicht auch rezensiert. Am besten funktioniert das Drama mit der großartigen Rosamund Pike und dem auch nicht schlechten Ben Affleck, wenn man möglichst wenig darüber weiß.
1. Nightcrawler – Hättest du den Text oben gelesen, wüsstest du schon, dass ich den wirklich gut fand. Ein Außenseiter wird zum Katastrophen-Kameramann. Keine leichte Kost, aber ziemlich faszinierend.


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