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Musikvideos für die Ewigkeit: Frittenbude – Bilder mit Katze

Und so sehr wie Romeo und Julia wird sich niemand je mehr lieben. Muff Potter – Das halbvolle Glas des Kulturpessimismus

Ich war gestern mal wieder in so einer Phase, wie Olli Schulz singen würde. Ich habe zwei Stunden im Bett rumgelegen und habe Musik gehört und vor allem geschaut. Viele meiner Lieblingssongs sind nicht nur durch einen großartigen Text oder tolle Musik in meinem Kopf geblieben, sondern auch durch ein besonders Video.

Musikvideos werden – gefühlt – immer unwichtiger. Es gibt kein MTV oder Viva mehr, Spotify unterstützt (noch) keine Videos und in der Straßenbahn oder im Bus ist es auch nicht wirklich praktisch, nebenbei auch noch auf das Handy zu schauen, während man so vor sich hindöst, Quizduell spielt oder mit aller Welt kommuniziert.

Das ist verdammt schade, denn noch immer gibt es Künstler, die sich sehr viel Mühe damit geben, ihre Songs visuell umzusetzen oder aber mit einer ausgefallenen Idee das Lied um eine neue Ebene zu erweitern. Manchmal sind Musikvideos aber auch einfach nur lustiger Quatsch und ein großer Spaß fürs Auge.

Während der besagten Phase ist mir also mal wieder aufgefallen, wie viel mir manche dieser kleinen Kunstwerke bedeuten. Und da hatte ich die Idee, dass ich das als Vorwand nutzen könnte, um endlich mal wieder zu bloggen.
Lange Vorrede, kurzer Sinn: Ich werde hier nun in unregelmäßigen Abständen (und mit unregelmäßig meine ich, dass es auch nach diesem Beitrag schon wieder durch akuten Lustmangel vorbei sein könnte) Musikvideos vorstellen, die irgendwie einzigartig sind oder die mir viel bedeuten. Ich freue mich natürlich auch, wenn andere Leute auch solche Beiträge schreiben oder aber mir Videos empfehlen.

Den Anfang macht heute die Band Frittenbude mit dem Song Bilder mit Katze.

Das Video dazu hat Katrin Gebbe im Jahr 2010 gemacht. Das Lied erzählt die Geschichte einer Beziehung, von Anfang bis Ende. Und wer, genau wie Muff Potter, glaubt, dass sich niemand je wieder wie Romeo und Julia lieben kann, der wird hier eines Besseren belehrt.

Es braucht nicht immer Schmuck oder andere Kostbarkeiten, oft reicht schon eine Geste, ein T-Shirt mit neun großen Buchstaben, um das Herz eines Menschen zu erobern. Was danach kommt, mag eine „ganz normale“ Liebesgeschichte sein, aber gerade darum ist das alles so emotional. Weil jeder schon einmal irgendwie verliebt war und diese ganze Aufregung kennt.

Das Video erzählt die Geschichte des Songs einfach noch einmal. Wer also keinen Bock auf die Töne hat, erfährt die Geschichte vom Shirt und den Menschen, die es tragen, auch in der Stummfilmversion. Es hat tolle Bilder und alles, was eine romantische Schnulze braucht: Zusammenbrüche, Luftballons, Küsse, (etwas) Sex, eine eigene Tanzchoreographie und ganz viel Gefühl.

Mein persönliches Highlight ist der Mittelteil, in dem es keinen Gesang gibt, weil einfach alles gesagt ist. Die Momente, die Katrin Gebbe da einfängt, sind einfach nur toll und lustig und schön und so verdammt traurig und wahr und was weiß ich schon.

Am Ende senkt sich der Vorhang viel zu schnell. Halt, ich will noch eine Weile dabei bleiben und wissen, wie es ausgegangen ist. Haben sie sich nun bekommen? Aber hier ist Bilder mit Katze nun mal keine klassische Liebesschnulze, denn wir erfahren es einfach nicht. Es bleibt offen und wir müssen uns selbst im Kopf die Fortsetzung zusammenpuzzeln.

Bei mir hängt es ganz stark davon ab, wie ich drauf bin. Manchmal kriegen sie sich und manchmal sind die schönen großen Buchstaben einfach schon zu sehr ausgewaschen. Traurig, aber wahr.